Das Programm der 23. Fortbildungstagung - Details

Von analog zu digital? Musikunterricht - quo vadis?
 

 

Eröffnungskonzert 

 

Die Tagung wird am Mittwoch, dem 15. September 2021, um 19.30 Uhr, im Theater der Bundes- und Landesmusikakademie Rheinsberg  mit einem Konzert der Band "Exin" der Förderschule Zehdenick eröffnet.

 

„Singen und Bewegen zum Wachwerden" am Donnerstagmorgen, Leitung: Hannah Ginsburg

 

Kursangebote (16. und 17. September 2021)

 

Kurs A:   Choreografische Werkzeugkiste (Eve Gubler, Berlin)

 

Zielgruppe: Musiklehrer/-innen der Grundschule und Sek. I (II)

 

Hinweis: Bitte bequeme Kleidung und  Schuhe tragen!

 

Der Workshop führt in die Praxis der Choreografie und deren Anwendungsmöglichkeiten im Musikunterricht ein. Die Teilnehmer*innen lernen einfache Arbeitsweisen praktisch kennen, ohne dass tänzerische Vorkenntnisse vorhanden sein müssen.

 

Inhaltliche Schwerpunkte des Workshops:

  • Spielerische Warm-ups zum Thema Bewegungsimprovisation, Bewegungsrepertoire und Bewegungsqualitäten. Die Warm-ups bieten den Teilnehmer*innen in der Verbindung von alltäglichen und tänzerischen Bewegungen bewegte Erfahrungsräume und direkte Anknüpfungspunkte zum Unterricht.
  • Modellhaft werden künstlerische Ansätze anhand von Filmausschnitten aus aktuellen Musikvideos oder wegweisenden Choreografien, sowie szenisch – tanztheatrale Inhalte vorgestellt, erprobt und methodisch analysiert.
  • Vermittlung choreografischer Werkzeuge: Raum - Zeit - Kraft - Form, Dramaturgie, Gruppierungen (Solo, Duett, Trio, Chor, etc.) usw.

Zur Person:

Eve Gubler studierte Musik und Bewegung / Rhythmik an der Musikhochschule Zürich / Schweiz (heute ZHdK) und vervollständigte ihre Studien mit einem Master of Arts ‘musik.welt - Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung‘ an der Stiftung Universität Hildesheim und mit einem Diplom als Tanzpädagogin.

Eve Gubler ist akademische Mitarbeiterin an der Universität Potsdam im Bereich Musik und Musikpädagogik, Lehramt Primarstufe und Sekundarstufen. Neben der Lehre arbeitet sie immer wieder projektbezogen oder als Vertretungslehrerin an verschiedenen Berliner Schulen und leitet Fort- und Weiterbildungen für Musikpädagogen*innen, Tanzschaffenden, Lehrenden und Erzieher*innen.

Sie veröffentlicht zu vielfältigen Themen im Praxisfeld Musik und Bewegung / Rhythmik und EMP (u.a. Fidula Verlag, Kallmeyer / Friedrich Verlag).

 

Kurs B:    Body Grooves & Boomy Songs – Bodypercussion, Rhyhtmusspiele, Boomwhackers, Lieder
(Ulrich Moritz, Berlin)

 

Zielgruppe: Musiklehrer/-innen der Grundschule und Sek. I

 

Bodypercussion ist Musik und vitalisierende Bewegung! Schon mit ihr können wir viele Rhythmus- und Klangvarianten, eine erstaunliche Dynamik, grundlegende musikalisch-ästhetische Strukturen erleben. Nehmen wir noch die Boomwhackers und unsere Stimme dazu, haben wir alles, was wir für das musikalische Vergnügen und Lernen brauchen: eine rhythmische und eine harmonische Grundlage, um beim Singen die richtigen Töne zu treffen.

Im Wechsel werden wir kleine Bodypercussion-Spiele und - stücke einüben und einfache schöne Lieder singen, die wir mit unkomplizierten Boomwhacker-Rhythmen begleiten. Manche der Lieder sind neu, manche altbekannt; doch auch die werden sich wie neu anfühlen – in der einen Hand ein Plastikrohr, in der anderen nichts. 

Anfangs kommt man dabei vielleicht etwas durcheinander; aber auch das macht Spaß und ist ungemein lehrreich! Die Melodien und Begleitrhythmen im Workshop werden verschiedene Levels haben: Einige sind ab einem Alter von ca. 7-8 Jahren einsetzbar, andere sind eher für die Sek 1 gedacht.

 

Zur Person:

Ulrich Moritz, geb. 1953. Schlagzeuger, Perkussionist, Rhythmuslehrer, Autor.

 

Seit ca. 40 Jahren kontinuierliche Unterrichts- und Konzerttätigkeit – von Estland bis New York, von Ulan Bator bis Tunesien, von Peking bis Istanbul. Auf über 100 CDs zu hören.

Lehrer für Schlagzeug, Perkussion, Bodypercussion an der Musikschule Neukölln. Dozent an vielen deutschen Landesmusikakademien und Musikhochschulen (für Jazzdrummer, Musiklehrer, Musiktherapeuten, Musikschullehrer). Fortbildungen und Workshops zu den Themen: Rhythmen der Welt, Rhythmus-Pädagogik, Bodypercussion, Improvisation, Musik mit Alltagsmaterial, Stimme und Rhythmus. Autor rhythmuspädagogischer Bücher und DVDs im Helbling-Verlag und von Beiträgen in Fachbüchern und Fachzeitschriften.

Auf youtube unter creativrhythmteacher.

 

Dieser Kurs wird durch den Helbling-Verlag Esslingen ermöglicht. Vielen herzlichen Dank!

 

Kurs C:   Aktives Musikhören in der Grundschule (Holger Lehmann, Neuruppin)


Zielgruppe: Musiklehrer/-innen der Grundschule/Sek. I

 

In Zeiten, in denen das gemeinsame Singen und Musizieren im Unterricht eingeschränkt sind, gewinnt das Musikhören wieder an Aufmerksamkeit und Bedeutung.

Aber, bewusstes Hören will gelernt sein. 

Im Kurs werden Erfahrungen ausgetauscht, verschiedene Beispiele und Vorgehensweisen vorgestellt und ausprobiert. Welche Möglichkeiten gibt es, das Hören im Grundschulbereich spielerisch und ungezwungen zu trainieren? Wie kann es z.B. gelingen, Bewegung, Instrumentalspiel und sprachbildnerische Elemente darin zu integrieren?
 

Zur Person:

Holger Lehmann ist Klassenlehrer und Musiklehrer an einer Neuruppiner Grundschule. Er studierte an der Universität Potsdam Musik und Geschichte für das Lehramt an Gymnasien. Seit 2017 engagiert er sich zusätzlich in der Ausbildung der Musiklehrkräfte in Berlin und Brandenburg. Bis zu seinem Wechsel ins Land Brandenburg, war er als Fachseminarleiter für Musik im Studienseminar Reinickendorf tätig. Aktuell bietet er fachspezifische Kurse in der Lehrerfortbildung an. Nebenbei ist er seit über 20 Jahren als Musiker und Orchesterleiter aktiv. 

 

Kurs D:   Was kann schulischer Musikunterricht von Popularmusiker*innen lernen? (Prof. Marc Godau, Potsdam)

 

Zielgruppe: Musiklehrer/-innen der Sek.I und II

 

Die Auseinandersetzung mit Kompetenzen und Schüler*innenorientierung im Musikunterricht wird seit zwei Dekaden intensiven Erforschung informeller Lernpraktiken musikalischer Autodidakt*innen fern ab von Bildungsinstitutionen begleitet. Kontexte eines solchen Lernens in der Freizeit sind etwa das eigene Zimmer oder Proberäume von Bands. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Frage, wie Popularmusiker*innen lernen. In der Musikpädagogik und besonders in der Didaktik der Populären Musik wird insofern darauf Bezug genommen, als dass Schüler*innen im Unterricht so lernen sollen, wie es Popularmusiker*innen tun. Basis dieser neuen Lernformen sind Kritiken am Klassenmusizieren, das etwa primär das Orchester zum Vorbild nimmt oder das als reflexionsloser Aktionismus der musikpädagogischen Diskussionen eines Lernens durch Musikmachen zuwiderläuft. Dabei hat sich der Gegenstand des Lernens im Musikunterricht selbst gewandelt: Von einer Orientierung am Song hin zu einer Orientierung an Lernpraktiken.

Im Workshop erproben und diskutieren die Teilnehmer*innen drei Formen popularmusikalischen Lernens im Musikunterricht. Dazu zählen das Musical Futures Model (Green, 2008), Style Copies (Ahlers, 2015) sowie postdigitales Songwriting (Godau & Haenisch, 2019).

 

Zur  Person:

Dr. Marc Godau ist Professor für Musikpädagogik und Musikdidaktik an der Fachhochschule

Clara Hoffbauer Potsdam, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Leuphana Universität Lüneburg und Dozent in musikpädagogischen Fort- und Weiterbildungen sowie diversen Webinaren. Nach dem Studium Musikpädagogik und Germanistik arbeitete er über sieben Jahre als Lehrer an Schulen in der Allgemein- und Erwachsenenbildung sowie in der Kulturellen Bildung.

In seiner Dissertation untersuchte er selbstständige Lernprozesse beim Klassenmusizieren mit Populärer Musik. Zurzeit erforscht er die Rolle materieller Dinge im schulischen Musikunterricht sowie informelles Musiklernen von Bands im 21. Jahrhundert und ist tätig als Kooperationspartner in den drei Forschungsprojekten des Verbundes »Mubitec Musikalische Bildung mit digitalen mobil Digitaltechnologien«. Zudem ist er Mitbegründer Forschungsstelle Appmusik an der Universität der Künste Berlin. Zu seinen Arbeits- und Forschungsschwerpunkten zählen Musiklernen in formalen und informellen Kontexten, Didaktik der Populären Musik, Materialität des Lernens und Professionalisierung von Musik-pädagog*innen.

 

Kurs E:   Samba im Unterricht oder als schulische Arbeitsgemeinschaft (Christoph Biemer, Berlin)

 

Zielgruppe: Musiklehrer/-innen der Sek. I und Sek. II

 

Samba im Unterricht oder als schulische Musik AG

 

Lateinamerikanische Musik hält schon seit langem Einzug in die abendländische Musikkultur. Die Musik, die vielmehr noch eine Lebenseinstellung ist, definiert sich über ihre prägnanten und einprägsamen Rhythmen sowie ihrem polyphonen Zusammenspiel. Samba geht direkt in den Körper und wird im Idealfall dann auch aus dem Bauch und nicht „verkopft“ gespielt. Die Fortbildung gibt einen Einblick in die verschiedenen Instrumente des Sambas. Deren praktische Erprobung steht im Mittelpunkt der Fortbildung.

 

Fortbildungsinhalte:

30 Minuten

  • Historische und musiktheoretische Einbettung
  • Einführung in die Spielweise der verschiedenen Instrumente des Sambas

150 Minuten

  • Musikpraxis im Samba-Orchester
  • Einstudierung einer Samba-Batucada, inklusive Signal, Break und Ende
  • Wechsel der Instrumente

 

Zur Person:

Christoph Biemer studierte an der Universität der Künste Berlin und der Humboldt Universität Berlin die Fächer Musik und Sport. Seit 2013 arbeitet er am Vicco-von-Bülow-Gymnasium in Falkensee. Dort gründete er zwei Schulchöre, die er seit 2013 (Chor I) und 2014 (Chor II) leitet. Der Chor I nahm in Freiburg 2018 erfolgreich beim Deutschen Chorwettbewerb teil und war seit 2017 regelmäßig als Gastchor in der Konzertreihe „Schulensembles stellen sich vor“ vom Land Berlin im Kammermusiksaal der Philharmonie dabei. Im Schuljahr 2018/2019 war der Chor I Patenchor des RIAS-Kammerchor Berlin.

 

Kurs F:   Das ursprünglichste Instrument – unsere eigene Stimme erforschen und neu erleben!
(Hannah Ginsburg, Berlin)

 

Zielgruppe: alle Schulformen und - stufen

 

Das ursprünglichste Instrument – unsere eigene Stimme – erforschen und neu erleben!

Dieser Workshop richtet sich an alle, die ihren eigenen Stimmklang erforschen möchten. Wir widmen uns dem Klang in all seinen Facetten und lernen, unseren eigenen Körper als Resonanzraum zu erleben. Wir tönen, singen gemeinsam Songs und schulen unser Gehör, indem wir uns gegenseitig zuhören. Das Feedback aus der Gruppe erweitert unseren Erfahrungsschatz und schärft unsere Wahrnehmung. Auf diese Weise kommen wir dem Phänomen Stimme immer mehr auf die Spur.

Die Kursinhalte basieren unter anderem auf der Lichtenberger® Methode für angewandte Stimmphysiologie. In der Lichtenberger Methode werden Körper-Sensorik und die eigene Wahrnehmung für Klang sensibilisiert und miteinander in Beziehung gesetzt. Eine mühelose Stimmgebung und ein facettenreicher Stimmklang werden dadurch möglich.

Aufbauend auf diese Stimmarbeit werden die Kursteilnehmer*innen an Lieder und Songs herangeführt, die den Fokus auf Melodie, Rhythmus und Mehrstimmigkeit lenken wird. Der Workshop möchte vermitteln, dass die Stimme als komplexes und persönliches Ausdrucksmittel bewusst wahrgenommen werden kann, welches es immer wieder neu zu entdecken gilt.

 

Zur  Person:

Hannah Ginsburg studierte Gesang und Gesangspädagogik Jazz/Rock/Pop an der Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber« Dresden. Darüber hinaus besuchte sie Fortbildungen zur Lichtenberger® Methode und ESTILL Voice Training®. Ihre langjährige Erfahrung als Schauspielerin vor der Kamera (ZDF, RTL, Arte) und auf der Bühne (u.a. Volksbühne Berlin) haben Hannahs Augenmerk auf die Sprache und das Spiel geprägt und erweitern den Unterricht maßgeblich. Ihr künstlerisches Schaffen lebt Hannah mit dem Wortart Ensemble aus, mit dem sie bundesweit Konzerte und Workshops gibt. Das Ensemble ist Preisträger zahlreicher renommierter Wettbewerbe und steht für individuellen, einzigartigen A-Cappella-Gesang. Neben ihrer Tätigkeit bei SING DICH GLÜCKLICH unterrichtet Hannah als Dozentin im Rahmen der Belcantare und des Jugendchortreffens Cantarale in Brandenburg/Havel.

 

Abschlussveranstaltung am Freitag, dem 17.September 2021

Die diesjährige Fortbildung endet am Freitag, dem 17. September, mit einer kurzen Feedbackrunde.