Gelungener Mix aus „West Side Story“ und „Dirty Dancing“

„Saturday Night Fever“ am 2. März 2016 im Potsdamer Nikolaisaal

 

 

 

„Saturday Night Fever“ ist ein US-amerikanischer Tanzfilm aus dem Jahr 1977, der vom Leben junger Menschen in der New Yorker Discothekenszene und der dort entstandenen Subkultur handelt. Mit John Travolta in der Hauptrolle und Musik der Bee Gees.
Fast vier Jahrzehnte später ist „Saturday Night Fever“, eine Produktion des Seminarkurses „Musical“ am Helmholtz-Gymnasium Potsdam, vom 2. bis 5. März 2016 im Nikolaisaal zu erleben.
Was heißt hier „erleben“???

 

 

 

Das war phantastisch, nahezu unglaublich, fulminant, atemberaubend. Vier Abende in Folge volles Haus und Begeisterung pur, vom ersten Tanzschritt bis zum nicht enden wollenden Schlussapplaus, mit Jonathan Steffen (Tony), Corona Jaschinksi (Stephanie), Katja Frenzel (Annette), Robert Paetzholdt (Bobby), Niclas Freese (Double J) und Florian Hoffmann (Joey).

 

 

 

Stück und Story wirken heute wie eine Mischung aus „West Side Story“ und „Dirty Dancing“:
süß und kitschig zugleich, voller Klischees, Liebesfreud und Liebesleid, Selbstbewusstsein und Minderwertigkeitsgefühlen,
Sehnsüchten Jugendlicher und deren Ängste.

Nun gut, diese USamerikanische Kultwelle brandet noch immer nach Mitteleuropa und zieht einen magisch ins Meer der Träume und Sehnsüchte. Vor allem die musikalischsängerischen Strudel besitzen unveränderte Sogwirkung.

 

Doch damit ist „Saturday Night Fever“ noch lange nicht auf die Bühne gebracht.
Gute Sängerinnen und Sänger, ein Chor und eine Band (die waren wirklich alle gut!!!) garantieren noch keinen Erfolg. Entscheidend ist das „Wie“. Genau das liegt bekanntlich am Talent der Darsteller, vor allem aber an der Kunst von Regie und Choreographie, diese Talente sicht- und hörbar zu machen.
Das ist im Nikolaisaal absolut gelungen! Dank der exzellenten Tanzeinstudierung (Daniela Thiele), dank der hervorragenden Regie-Arbeit (Dorothea Lukowsky, Ricarda Haberle und Sarah-Nell Altenhöner).
Nicht zu vergessen dank der musikalischen Gesamtleitung durch Helgert Weber.
Aber auch alle anderen, unverzichtbaren Details (u. a. Licht, Ton, Bühnenbild, Kostüme, Masken) fügten sich zu einem Gesamtkunstwerk, das gut und gerne auch auf einer Berliner Profi-Bühne bestanden hätte.

 

 

 

 

 

 

 

Alle Achtung, liebe Helmhöltzer, mit „Sarturday Night Fever“ habt ihr ein bemerkenswertes Kapitel Potsdamer Musikgeschichte geschrieben!
Ob das noch zu toppen ist?


Text und Fotos: Andreas Flämig