22. Fortbildungstagung des BMU-Brandenburg

Rheinsberg, 11. - 13. September 2019

 

Die Kursinhalte im Detail

 

 

A)   Aktives Musikhören. Gestaltung von Musikrezeption in der Schule

(Dr. Georg Biegholdt, Leipzig)

 

Zielgruppe: Musiklehrer/-innen der Grundschule/Sek. I

 

In dem Kurs von Dr. Georg Biegholdt wird den Teilnehmern ein umfänglicher Methodenüberblick gegeben, wie mit Kindern Musik gehört werden kann, sodass äußere Aktivität innere Aktivität auslöst, bewusst und konzentriert zugehört wird und Entdeckungen in der Musik gemacht werden können. Praktisches Handeln soll Nachdenken nach sich ziehen und in Reflexion münden. Beispiele werden praktisch erprobt.

 

Zur Person:

Dr. Georg Biegholdt war von 1989 bis 2011 Lehrer, Fortbildner, Fachberater und Landesfachberaterkoordinator für Musik in der Grundschule in Sachsen.

Seit ist er als 2014 Studienkoordinator am Institut für Pädagogik und Didaktik im Elementar- und Primarbereich der Universität Leipzig tätig. Darüber hinaus hatte er von  2001 bis 2014 die Funktion des Landesvorsitzenden des AfS in Sachsen inne, von 2015 bis 2018 war er gemeinsam mit Henno Kröber Präsident des Landesverbandes Sachsen des BMU. Er ist  Autor von Schul- und musikpädagogischen Büchern sowie Artikeln in diversen musikpädagogischen Zeitschriften, seit 2010 Mitherausgeber der Zeitschrift "Grundschule Musik", seit 2016 Mitglied im BMU-Bundesvorstand und seit 2018 Vize-Präsident des BMU.

 

 

B)   Sing & Groove - Arbeit mit Solmisation & Bodypercussion in Klassen und Chören (Heike Trimpert, Bochum)

 

Zielgruppe: Musiklehrer/-innen der Grundschule und Sek. I (II)

 

In der Schule ist die Stimme häufig das Instrument erster Wahl, wenn es an das gemeinsame Musizieren geht. Aber auch diese vermeintlich niedrigschwellige Musizierform birgt etliche Herausforderungen: Klangschönes Singen erfordert Stimmtraining. Intonationssicheres Singen erfordert exaktes Hören, ja sogar Voraushören von Tonhöhen. Melodiegetreues Singen erfordert musikalische Vorstellungskraft und die Verinnerlichung von Tonbeziehungen und Melodieverläufen. Gemeinsames Singen erfordert nicht nur gleiche Tonhöhen, sondern auch synchrones Timing, einen gemeinsamen Groove.

Mit Hilfe der Relativen Solmisation und der Bodypercussion können wir diese Herausforderungen konstruktiv und mit viel Spaß angehen. Und vermitteln unseren Schüler/*innen dabei auch noch wesentliche Inhalte der allgemeinen Musiklehre. Singenderweise, aktiv musizierend – Let´s sing & groove!

 

Zur Person:  

Heike Trimpert studierte Instrumentalpädagogik und als künstlerisches Hauptfach Violine, gibt  Weiterbildungen in Rhythmik, Chor- und Ensembleleitung. Das  2. Staatsexamen für die Sek I./Sek II. erwarb sie im Seiteneinstieg. Sie ist zu den Themenschwerpunkten Anwendung von Relativer Solmisation und Bodypercussion seit mehr als 25 Jahren in Schulen unterwegs, auch in Musikschulen und im Instrumentalunterricht.

Aktuell arbeitet sie an einer Grundschule mit Musikschwerpunkt, ist bundesweit als Fortbilderin für Solmisation und Rhythmusarbeit tätig,  Autorin beim Helbling-Verlag („Rhythm Songs“ mit Ulrich Moritz, 2018).

Dieser Kurs wird durch den Helbling-Verlag Esslingen ermöglicht. Vielen herzlichen Dank!

 

 

C)   Über Musik reden (Prof. Dr. Lars Oberhaus, Hude)

Zielgruppe: Musiklehrer/-innen der Sek. II (I)

 

Wie lässt sich angemessen über Musik reden, ohne das Gehörte zu „zerreden“? Im Kurs werden anhand verschiedener Beispiele unterschiedliche methodische Zugänge vorgestellt, Unterrichtsgespräche zu initiieren, um Musik zu beschreiben und zu reflektieren. Die Teilnehmenden lernen Unterrichtsmaterialien kennen und erproben selbst verschiedene Ansätze. Hierbei wird auch Bezug auf musikdidaktische Konzepte genommen, die sich seit einigen Jahre im musikpädagogischen Diskurs etabliert haben.

 

Zur Person:

Lars Oberhaus studierte Musik und Philosophie für  Lehramt an Gymnasien an der Musikhochschule in Detmold und der Universität Paderborn. Er erhielt ein zweijähriges Postgraduiertenstipendium (Promotion) und promovierte über „Musik als Vollzug von Leiblichkeit“ in Detmold. Nach dem Referendariat in Marburg und Schuldienst in Hameln war er von 2007 bis 2012 als Juniorprofessor für Musik und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule in Weingarten tätig. Seit April 2012 ist er Professor für Musikpädagogik am Institut für Musik der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg. Seine derzeitigen Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der musikpädagogischen Lehr- und Lernforschung, der interdisziplinären Musikpädagogik, der Philosophie der Musikpädagogik und der frühkindlichen musikalischen Bildung. Neben seiner Vorstandstätigkeit im Beirat der Bundesfachgruppe Musikpädagogik (BFG), ist er auch als Vorstandsmitglied  im Bundesverband Musikunterricht Niedersachsen (BMU) und der Wissenschaftlichen Sozietät Musikpädagogik (WSMP) aktiv.

 

 

D)   Sounds & Grooves mit Stift & Co.  –  Perkussives Klassenmusizieren mit Schulutensilien (Martin Junker, Rimbach/Odenwald)

 

Zielgruppe: Musiklehrer/-innen der Klassen 4 bis 11

 

Das perkussive Musizieren mit Gebrauchsgegenständen, d.h. die zweckentfremdete Verwendung von Alltagsobjekten als Schlaginstrumente, ist nicht nur Teil unserer Musikkultur, sondern bietet auch im Sinne einer „Musikalisierung des Schulalltags“ interessante pädagogische Betätigungsfelder. Der Kurs möchte beispielhaft Möglichkeiten des Musizierens mit Schlagobjekten aufzeigen, mit denen Schüler alltäglich umgeben sind. Hierzu zählen in erster Linie schulische Dinge wie das Schulmobiliar (Tische, Stühle) und Arbeitsmaterialien aus der Schultasche (Stifte, Lineale, Bücher, Münzen). Es werden Klangerkundungs- und Wahrnehmungsübungen sowie Rhythmicals und Vortragsstücke unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade vorgestellt und in der Kursgruppe praktisch erprobt. Das Genre reicht von groovigen Arrangements bis hin zu Stücken experimentellen Charakters. 

 

Zur  Person:

Martin Junker studierte Schulmusik an der HdK Berlin und unterrichtet derzeit als Studienrat an einem südhessischen Gymnasium. Außerdem ist er Orchesterschlagzeuger und als Referent in der Lehrerfortbildung tätig. Darüber hinaus war er Lehrbeauftragter an den Musikhochschulen Mannheim und Frankfurt/Main. Als Fachautor hat er zahlreiche musikpädagogische Beiträge in Fachzeitschriften (Musik & Bildung, mip-journal, PaMina) und Perkussionswerke (Fidula-, Norsk-, Gretel-Verlag) veröffentlicht.

 

 

E)   Tanzen lehren leicht gemacht (Sandy Kurth und Alexandra Haubner,Leipzig)

 

Zielgruppe: Musiklehrer/-innen an Förder- und Grundschulen sowie Sek. I

 

Tanzen bringt Schwung in den Unterricht, macht Musik über den eigenen Körper erfahrbar, bietet die Möglichkeit zur individuellen Entfaltung und ist fester Bestandteil der heutigen Lehrpläne. Der Kurs von Sandy Kurth bietet anhand von Praxisbeispielen Methoden und Herangehensweisen, wie Tänze verschiedener Stile schnell und einfach einstudiert werden bzw. mit Lernenden entstehen können. Die Teilnehmenden lernen nicht nur Tänze kennen, sondern erhalten ein Methodenrepertoire, das sie für die Einführung eigener Tänze anwenden können.

 

Hinweis: Bitte bequeme Kleidung und ~ Schuhe tragen. 

 

Zur Person:

Sandy Kurth studierte an der Universität Leipzig Lehramt an Grundschulen mit dem studierten Fach Musik und ist seit 2006 im Schuldienst als Lehrerin tätig. Während ihrer Ausbildung arbeitete sie als Fremdsprachenassistentin an einer Grundschule Glasgow/Schottland.

Seit 2011 gibt Sandy Kurth bundesweit Fortbildungen im Bereich Musikpädagogik, darunter den Sommerkurs für Musik im Schloss Siebeneichen in Meißen, Workshops für die Sächsische Bildungsagentur Leipzig, den Bundeskongress Musikunterricht sowie für die Winterakademie Rostock. Sie veröffentlichte Artikel in den Fachzeitschriften Grundschule Musik und Grundschule Englisch.

Im Rahmen der Betreuung der Schulpraktischen Studien im Fach Musik bildete sie Studenten der Universität Leipzig aus und unterrichtete an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig „Schulmusik - elementares Gruppenmusizieren“.

Alexandra Haubner ist als Grundschullehrerin in Leipzig tätig, darüber hinaus auch als Fortbildnerin für den BMU sowie im Landesamt für Schule und Bildung in Sachsen. Sie ist Autorin verschiedener Beiträge für die Zeitschrift Grundschule Musik.

 

 

F)   Meine Musik und ich

„Musikalische Identität reflektieren“ – ein neuer Standard des

Rahmenlehrplans (Tobias Hömberg, Berlin)

 

Zielgruppe: Musiklehrer/-innen der Sek. I/II

 

Viele Kinder und Jugendliche verbringen große Teile ihrer Freizeit mit Musik. Sie hören ihre Lieblingssongs und sehen Musikvideos, allein und mit anderen. Sie tanzen auf Partys oder im Verein, sie machen Musik im Chor, im Orchester oder im Bandkeller. In ihren musikalischen Vorlieben und Aktivitäten gestalten sie so nach und nach ihre persönliche Beziehung zu Musik und ihr musikbezogenes Selbstbild.

Der Rahmenlehrplan Musik sieht vor, die „musikalische Identität“ der Schülerinnen und Schüler zu thematisieren und ihre Entwicklung zu unterstützen. Dabei sollen sie sich den eigenen Umgang mit Musik bewusst machen, soziale oder mediale Einflüsse betrachten und ihre kulturelle Selbstverortung reflektieren. Im Austausch mit anderen können sie Gemeinsamkeiten oder Unterschiede entdecken und sich anregen lassen.

Im Kurs werden dazu zahlreiche anregende Methoden und Projekte vorgestellt, praktisch erprobt und diskutiert.

 

Zur  Person:

Tobias Hömberg ist wissenschaftlicher Mitarbeiter für Musikpädagogik und Musikdidaktik an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden und Lehrplanautor.