21. Fortbildungstagung des BMU-Brandenburg

Rheinsberg, 20. - 22. September 2017

 

Kursinhalte im Detail

 

A)    Sing dich glücklich - Ist singen sprechen und sprechen singen?  (Hannah Ginsburg, Berlin)

 

Zielgruppe: Musiklehrer/-innen der Grundschule/Sek. I/II

 

In dem Kurs von Hannah Ginsburg werden die Teilnehmer eingeladen, die Sprech- und Singstimme zu schulen und aufzubauen. Der Schwerpunkt ist, die eigene Stimme - sei mit dieser gesprochen oder gesungen - für beide Ausdrucksarten kennenzulernen.  Hierfür werden die Teilnehmer mit Stimmaufwärmungs- und Lockerungsübungen bekannt gemacht. Neben der Einzelerfahrung wird auch der Gruppensound als Stimmkomplex und Stimmgemeinschaft wahrgenommen.

Aufbauend auf diese Stimmarbeit werden die Teilnehmer an Lieder und Songs herangeführt, die den Fokus auf Melodie, Rhythmus und ggf. Mehrstimmigkeit lenken wird. Der Teilnehmer wird eingeladen, in dem Kurs die Stimme als komplexes und persönliches Ausdrucksmittel kennenzulernen, die es immer wieder neu zu entdecken gilt.

 

Hannah Ginsburg studierte Gesang und Musikpädagogik im Fach Jazz/Rock/Pop an der Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ in Dresden. Während des Studiums gründete sie mit Kollegen aus der Gesangsklasse das A-Cappella-Ensemble „Wortart“ und gibt mittlerweile bundesweite Konzerte und Workshops. Heute arbeitet sie als diplomierte Gesangspädagogin in ihrer eigenen Gesangsschule, „Sing Dich glücklich“ in Berlin.

 

B)  Line Stepping  (Mag. Dr. Johannes Steiner, Rohr)

 

Zielgruppe: Musiklehrer_innen der Grundschule und Sek. I/II

 

Line Stepping steht für eine rhythmusorientierte Tanzform, die traditionelle Line Dance Choreografien mit perkussiven Körperklängen verbindet. Die Kombination von Bewegung und Klang in dieser Form ist einzigartig und neu. Im Workshop werden fertige Line-Stepping- Stücke für Gruppen und besonders für Schulklassen mit unterschiedlichem Anspruch vorgestellt.

 

Johannes Steiner ist Musiklehrer an einem Gymnasium in Wels (Österreich) und in der Lehrerfortbildung tätig. Er ist Autor musikpädagogischer Werke und Lehrbeauftragter für die Didaktik des Klassen- und Ensemblemusizierens am Mozarteum Innsbruck.

 

Dieser Kurs wird durch den Helbling-Verlag Esslingen ermöglicht. Vielen herzlichen Dank!



C)   „Improvisationen und Spielstücke“ – Musizieren im Klassenverband  (Eckart Vogel, Lütjenburg)

 

Zielgruppe: Musiklehrer/-innen der Grundschule und Sek. I (II)

 

Dieser Workshop bietet einen Einstieg in die tonale Improvisation im Klassenverband und in kleinen Ensembles. Ausgehend von kurzen Improvisationen über 2 und 4 Takte erarbeiten wir verschiedene harmonische Modelle in verschiedensten Stilrichtungen, wie „Elementare Musikpädagogik“ (EMP), Latin, Swing, einfache Rockmusik. Alle Modelle enthalten außerdem einen einfachen Tutti-Teil, der auch ohne improvisatorische Intention mit allen SchülerInnen des entsprechenden Jahrgangs problemlos einzuüben ist.

Wir musizieren überwiegend auf Stabspielen in Verbindung mit einer Rhythmusgruppe (Bass, Keyboard, Schlagzeug und ggf. Gitarre). Pädagogische, organisatorische, auch psychologische und philosophische Aspekte der tonalen Improvisation werden an Beispielen erläutert und diskutiert. Zahlreiche Übungsformen werden vorgestellt und ausprobiert. Die Teilnehmer erhalten umfangreiches Material, das sie direkt im Musikunterricht einsetzen können.

 

Eckart Vogel ist seit vier Jahrzehnten in der Lehrerfortbildung tätig. Er war 37 Jahre als Musik- und Deutschlehrer im Schuldienst tätig, daneben auch mit der Ausbildung von Referendaren und mit Lehraufträgen an der Hochschule befasst. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Hörerziehung im Musikunterricht, meist mit dem Schwerpunkt „Klassenmusizieren“, darunter sechs im Fidula-Verlag erschienene Bücher, von denen zwei inzwischen als Standardwerke zum Thema gelten (Homepage: www.stundenstuecke.de), zeichnen sein langjähriges Wirken aus.

 

 

D)    Über Musik reden  (Prof. Dr. Lars Oberhaus, Hude)

Zielgruppe: Musiklehrer/-innen der Sek. II (I)

 

Wie lässt sich angemessen über Musik reden ohne das Gehörte zu „zerreden“? Im Kurs werden anhand verschiedener Beispiele unterschiedliche methodische Zugänge vorgestellt, Unterrichtsgespräche zu initiieren, um Musik zu beschreiben und zu reflektieren. Die Teilnehmenden lernen Unterrichtsmaterialien kennen und erproben selbst verschiedene Ansätze. Hierbei wird auch Bezug auf musikdidaktische Konzepte genommen, die sich seit einigen Jahre im musikpädagogischen Diskurs etabliert haben.

 

Lars Oberhaus studierte Musik und Philosophie für  Lehramt an Gymnasien an der Musikhochschule in Detmold und der Universität Paderborn. Er erhielt ein zweijähriges Postgraduiertenstipendium (Promotion) und promovierte über „Musik als Vollzug von Leiblichkeit“ in Detmold. Nach Referendariat in Marburg und Schuldienst in Hameln war er von 2007 bis 2012 als Juniorprofessor für Musik und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule in Weingarten tätig. Seit April 2012 ist er Professor für Musikpädagogik am Institut für Musik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Seine derzeitigen Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der musikpädagogischen Lehr- und Lernforschung, der interdisziplinären Musikpädagogik, der Philosophie der Musikpädagogik und der frühkindlichen musikalischen Bildung. Neben seiner Vorstandstätigkeit im Beirat des Bundesfachgruppe Musikpädagogik (BFG), ist er auch als Vorstandsmitglied  im Bundesverband Musikunterricht Niedersachsen (BMU) und der Wissenschaftlichen Sozietät Musikpädagogik (WSMP) aktiv.

 

 

E)   Musikalische Auseinandersetzungen mit abstrakter Malerei - Förderung der Ausdrucks- und Gestaltungsfähigkeit in heterogenen Gruppen  (Erika und Carl Stark, Bielefeld)

 

Zielgruppe: Musiklehrer/-innen an Förder- und Grundschulen sowie Sek. I


Am Beispiel zeitgenössischer abstrakter Malerei werden musikalische Umsetzungsmöglichkeiten entwickelt, die je nach Lerngruppe und pädagogischem Kontext (auch Inklusion/ gemeinsames Lernen und Förderschule) eine Bandbreite differenzierter Ausdrucks- und Gestaltungsformen ermöglichen und von einfachen Klangspielen bis hin zu komplexer angelegten Kompositionen reichen können.


Carl Stark - Förderschullehrer mit dem Fach Musik (Förderschule Geistige Entwicklung); Fachleiter für Musik im Seminar sonderpädagogische Förderung am Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Bielefeld. NRW
Erika Stark - Förderschullehrerin mit dem Fach Musik (Förderschule Lernen, emotionale und soziale Entwicklung, Sprache). Bielefeld

 

 

F)    Musik gestalten mit Laptop, Smartphone und Tablet (Dr. Axel Brunner, Potsdam)

 

Zielgruppe: Musiklehrer_innen Sek. I/II

 

In diesem Kurs wird das musikalische Potenzial dieser drei aktuell  verbreiteten Geräteklassen gegenübergestellt und an Beispielen präsentiert. Die dabei genutzte Musiksoftware bzw. die Musik-Apps erschließen sich in ihrer technischen Handhabung den Benutzern weitestgehend intuitiv und  sind zudem äußerst kostengünstig, teilweise auch kostenlos zu erwerben.
Was können nun diese Geräte im Musikunterricht leisten? Dieser Frage wird am Beispiel verschiedener Lerninhalte und unterschiedlicher Unterrichtssituationen nachgegangen.
Für das Musizieren in Gruppen oder im Klassenverband stellen insbesondere Smartphones und Tablets heute eine interessanten Ergänzung zum traditionellen Instrumentarium dar. Freilich ist wie bei jedem Musikinstrument auch hier ein grundlegendes Maß an Übung erforderlich. Im Kurs erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, verschiedene Apps zu erproben und mit einer kleinen Anzahl von Geräten in der Gruppe zu musizieren.

 

Axel Brunner ist Diplomlehrer für die Fächer Musik und Deutsch. Nach einigen Jahren im Schuldienst kehrte er an seine Ausbildungsstätte zurück und arbeitet seitdem im Bereich Musikdidaktik  der Pädagogischen Hochschule und der Universität Potsdam.
Axel Brunner ist Mitautor verschiedener Lehrwerke für den Musikunterricht. In der Musiklehrerausbildung und als langjähriges Mitglied des Vorstandes/Präsidiums des Brandenburgischen VDS/BMU arbeitet er intensiv mit Musiklehrerinnen und Musiklehrern der Region zusammen. Er vertritt die Interessen der Musiklehrer und die des schulischen Musikunterrichts im Landesmusikrat Brandenburg.